Straußenhaltung in Oyle

DSCN0690  Im Juni 1995 haben wir die ersten 6 Straußen gekauft, 4 einjährige Hennen (Rasse Blauhals) und zwei Hähne (Rasse Rothals). Die Hennen wurden im Frühling 1994 in Baden-Württemberg geboren, ihre Eltern kommen aus Afrika, die Hähne wurden 1991 geboren, wo ist unbekannt. Wahrscheinlich kommen sie aber aus Afrika, denn sie waren sehr scheu, und haben sich nicht mehr an den Menschen gewöhnt. Die Hennen, und alle hier geborenen Tiere, sind handzahm und sehr sehr neugierig.
Der erste Winter 1995/96 erreichteTemperaturen bis zu –20°C. Die Straußen lassen ihre Schwungfedern über die nackten Keulen hängen, fressen etwas mehr und suchen bei kalten Ostwinden auch schon einmal freiwillig den Stall auf. Im Winterhalbjahr werden sie an den Abenden mit Futter in den Stall gelockt, dann wird der Stall verschlossen. Ansonsten sind sie jeden Tag im Gehege. Nur bei extremen Glatteis bleiben sie halbe Tage im Stall, weil die Rutsch- und Sturzgefahr zu groß wird.
Die ersten Eier haben wir im Mai 1996 gefunden. Obwohl die Hennen lt. Literatur erst mit einem Alter von drei Jahren legen. Ein Großteil der Eier war unbefruchtet, da sich die beiden Hähne bei der Begattung gegenseitig behindert hatten. (Lehrgeld !) Einige Küken sind in den ersten Tagen nach dem Schlupf eingegangen. Übrig blieben acht Jungtiere im Juli und August 1996 geboren.
Der zweite Winter 1996/97 mit 4 Monate alten Jungtieren bei unter Minus 20°C im Dezember 1996 hat uns zuerst etwas unruhig gemacht. Allerdings hatte ich im Juni 1996 Straußenfarmen in Manitoba/Kanada gesehen und dort haben die erwachsenen Tiere in eingestreuten Wellblechhütten Dauerfröste von Minus 30°C mit Spitzenwerten vom Minus 40°C schadlos überstanden. Bei extremer Kälte bewegen sich die Tiere sehr wenig. Die erwachsenen Tiere haben am Unterleib und auf dem Rücken ein bis zu 5 cm dickes Fettpolster unter der Haut. Dieses wirkt sich sicherlich nachteilig auf die Legeleistung aus, aber die Kälte scheint ihnen nichts auszumachen. Die Jungtiere haben kein Fettpolster. Sie ‘heizen durch den Magen‘, bedeutet, bei einem Temperaturabfall von 10°C auf –10°c verdoppelt sich ihre Futteraufnahmemenge. Ansonsten scheinen sie keine Probleme mit der Kälte zu haben. DSCN0784

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